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| von Neyo Estevez-Gross

"Das Publikum lacht gerne"

Ein Interview mit dem Zauberer Stephan von Köller

„Die Stein“ hat ein Interview mit dem deutschen Meisterzauberer Stephan von Köller geführt. Darin erzählt er unter anderem, wie er zur Zauberei kam, welche Tricks er am liebsten mag und wie es ist, vor Publikum zu zaubern.

Wie kamst du auf die Idee zu zaubern, wer inspirierte dich und in welchem Alter hast du angefangen?

Ich war damals neun Jahre alt und habe einen Zauberer namens Doug Henning gesehen. Ich war begeistert. Danach wollte ich wissen, wo man so etwas lernen kann, und habe nach Büchern gesucht, denn DVDs / Internet gab es damals noch nicht. Zu Hause habe ich dann ein Buch gefunden, welches Kartentricks erklärte. In einem Teil wurden Familienspiele wie Mau Mau, Canasta usw. und in dem zweiten die Zockerspiele wie Poker erklärt. Im letzten Kapitel des Buchs wurden schlussendlich Kartentricks erklärt. Diese habe ich gelernt und abends, wenn mein Vater nach Hause kam, ihm vorgeführt. Und so habe ich gemerkt, dass es eigentlich funktioniert und so wuchs das nach und nach…

Was war dein erstes Spezialgebiet?

Großillusionen und Close-up Zauberei [Anm. „Die Stein“: das ist Zauberei in unmittelbarer Nähe und in direktem Kontakt zum Publikum]

Und welches hast du jetzt? Hat es sich überhaupt geändert?

Es hat sich nicht wirklich geändert, allerdings mache ich Großillusionen nicht mehr so häufig. Sonst mache ich jetzt sehr gerne Comedy-Zauberei, denn Menschen lachen gerne und Close-Up Magie, z. B. an Tischen im Restaurant oder Veranstaltungen.

Mit welchem Trick/mit welchem Trickgebiet bekamst du den Titel Deutscher Meister?

Ich habe Großillusionen bei einer Vorentscheidung präsentiert und es geschafft, die Jury zu überzeugen. Somit hatte ich das Recht, ein Jahr später auf den deutschen Meisterschaften aufzutreten. Dort habe ich die Nummer erweitert. Es war eine Eigenkreation, die auch andere Zauberkollegen verblüffte, unter anderem stand ich plötzlich hinten im Gang, obwohl ich vor kurzer Zeit noch auf der Bühne stand.

Hast du einen Künstlernamen? Wie lautet er?

Ich selbst habe keinen Künstlernamen, sondern trage meinen eigenen Namen ... Stephan von Köller.

Wie lange zauberst du du schon?

Ich habe mit neun Jahren meinen ersten Kartentrick gelernt und es kam immer mehr und mehr dazu, wie zum Beispiel Handgriffe für verschiedene Kunststücke etc. Das mache ich jetzt seit ungefähr 50 Jahren.

Wann hattest du deinen ersten Auftritt?

Ich weiß es nicht genau, aber ich denke es war so zwischen 11 und 12 Jahren.

Wie viele Tricks kannst du?

Ich weiß es nicht genau. Über die Jahre habe ich so viele Tricks gesehen und gelernt. Einige führe ich nicht vor Publikum vor, andere sind wiederum Lieblingskunststücke oder Eigenentwicklungen.

Was ist dein Lieblingstrick und welche Art von Tricks bevorzugst du?

Ich mag Kunststücke mit Alltagsgegenständen, weil diese Requisiten jeder kennt, zum Beispiel wenn ich mit Münzen, Ringen oder Zigaretten etwas mache. Für mich ist aber sehr wichtig, dass das Ganze bei den Zuschauern witzig ankommt, das Publikum lacht gerne. So macht es mir auch sehr viel Spaß, wenn ich z. B. ein Glas Orangensaft aus meinem Schuh erscheinen lasse usw.

Gibt es Nachteile beim Zaubern? Welche?

Ich bin selbstständig. Es gibt Monate, in denen es viel zu tun gibt, aber auch Zeiten, in denen weniger los ist, aber ein Nachteil ist das nicht. In auftrittsärmeren Zeiten kann ich dann anderen Interessen nachgehen oder ... üben!

Gibt es Tage, an denen du dich mit manchen Tricks schwertust?

Also die gibt es auch. Allerdings gibt es viele Tricks, die man schon öfter gemacht hat und die halt schon sitzen. Und diese mache ich dann eher und lasse die weg, bei denen ich mir nicht sicher bin. Ich bekomme das aber in der Regel gut hin.

Welche Tricks präsentierst du bei einer Show? Welche bei Close-Up Magie?

Also gewisse Kartensachen, Mentaltricks, aber auch Seiltricks und Ringe. Es muss etwas sein, das jeder erkennt. Manchmal auch mit Geld. Gummiringe oder Bleistifte, Ringe, solche Gegenstände, mit denen sich die Leute identifizieren können. Wenn ich mit einer vergoldeten kleinen Schachtel ankomme, dann denkt das Publikum, dass es eine Trickkiste sein muss.

Wie hältst du Tischzaubershows ab und wie machst du das bei Veranstaltungen?

Ich schaue erstmal, ob die Gäste am Essen oder beschäftigt sind und wenn nicht, dann gehe ich zu ihnen und stelle mich kurz vor, entweder ‚normal‘ oder mit einem Gag. Ich gehe meistens von Tisch zu Tisch und bei Gelegenheit setze ich mich auch dazu. Somit habe ich natürlich mehr Möglichkeiten. Bei Veranstaltungen bleibe ich öfters an einem Punkt stehen und verzaubere dann die Gäste, die bei mir stehen.

Was machst du vor einer Show und wie lange dauert die Vorbereitung?

Ich ziehe mich um, lege meine Utensilien bereit und mache mich schick. Die Tricks / Routinen übe ich vorher allerdings nicht mehr. Das alles dauert, je nach Show, ca. eine halbe Stunde.

Bist du noch aufgeregt?

Mittlerweile nicht mehr so, aber trotzdem ein bisschen. Man weiß ja nie, wer vor einem sitzt. Ich habe aber keine nassen Hände oder zittere. Ich bleib einfach ruhig.

Wann macht die Zauberei richtig Spaß?

Schön ist es dann, wenn manche Zuschauer vor lauter Staunen mit offenem Mund dasitzen und sogar Applaus vergessen oder sich einfach ‚kaputtlachen‘.

 

Stephan von Köller tritt am 4. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in Fulda auf und ist am 27. Dezember im KUZ zu sehen.

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