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| von Greta Fütz (Jahrgangsstufe 13)

Das Jahrhundertleben des Willy Brandt

Ein Vortrag über den ehemaligen Bundeskanzler an der Freiherr-vom-Stein-Schule Fulda

Am 22. Januar 2026 nahmen die Schüler*innen der Q3 in der Turnhallen Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule Fulda an einer Vortragsveranstaltung zu Deutschlands ehemaligem Bundeskanzler Willy Brandt teil.

Das Jahrhundertleben des Willy Brandt

Bereits zum zweiten Mal besuchte Marvin Keitel von der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung nun die FvSS Fulda, um den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 13 einen Einblick in das bewegte Leben des Politikers zu ermöglichen.


Die Einleitung der Veranstaltung übernahm Schulleiter Herr Dr. Brüdigam, indem er Gäste und Referenten begrüßte sowie die Relevanz der historischen Figur Brandts für unsere heutige Demokratie hervorhob, bevor er die Moderation an Herrn Keitel übergab.

Der Vertreter der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung eröffnete seine Präsentation treffend mit den Worten „Willy Brandt ist überall!“, und verdeutlichte anhand verschiedener Fotos von Denkmälern, Skulpturen und Straßenschildern, wie präsent der ehemalige Kanzler in der Tat auch heute noch in unserem Alltag ist.

Ein Zeitstrahl mit den wichtigsten Etappen im Leben Brandts verdeutlichte daraufhin, welche Masse an prägenden Ereignissen des 20. Jahrhunderts der Politiker miterlebte und  dass der Begriff des „Jahrhundertlebens“ zur Beschreibung seines Daseins keinesfalls eine übertriebene Wahl darstellt.

Mit der nächsten Folie begann für die Schülerinnen und Schüler dann schließlich die Reise durch das Leben Brandts.
Den Anfang machten dessen Kindheit, Schulzeit und Jugend als Sohn einer arbeitenden alleinerziehenden Mutter und stark geprägt durch seine Mitgliedschaft in verschiedenen politischen Organisationen bereits in jungen Jahren. Beschrieben wurden weiterhin die Anfänge Brandts Parteiarbeit in der SPD sowie seine Flucht aus Deutschland im Angesicht der NS-Diktatur und auch sein Leben im Exil in Skandinavien. Mit dem Ende des Nationalsozialismus kehrte Brandt später zurück nach Deutschland, und so berichtete Marvin Keitel über dessen Zeit im gespaltenen Berlin, gezeichnet von den Konsequenzen des Kalten Krieges und besonders gravierenden Herausforderungen wie den Berlin Krisen. Das Publikum erhielt außerdem umfangreiche Einblicke sowohl in die politischen Erfolge Brandts, wie seine Wahl zum Bürgermeister Berlins oder das Erwirken verschiedener rechtlicher Reformen, als auch in seine Rückschläge, z.B. verursacht durch Hetzkampagnen und Diffamierungen seiner Person. Neben der von Brandt vertretenen „Politik der kleinen Schritte“, standen vor allem die durch ihn geprägten Leitsätze „Wandel durch Annäherung“ und „mehr Demokratie wagen“ im Vordergrund des Vortrags, mit denen es dem Politiker innerhalb der ersten sozialliberalen Koalition Deutschlands gelang, wichtige Meilensteine auf dem Weg hin zur Wiedervereinigung zu erreichen. Und auch Willy Brandts wohl berühmtester Akt, der Kniefall vor dem Ghetto-Ehrenmal im Rahmen seines Warschaubesuches im Dezember 1970, kam selbstverständlich nicht zu kurz. Marvin Keitel beleuchtete hierbei jedoch nicht nur das Geschehen am Tag des Kniefalls und die Hintergründe Brandts Handlung, sondern ebenso die vielseitigen Reaktionen der Öffentlichkeit auf das Ereignis.
Zum Ende des Vortrages ging Keitel letztlich auch auf den Rücktritt Willy Brandts, u.a. in Folge der Guillaume-Affäre, ein. Eine Schattenseite Brandts Daseins, welche die Relevanz dieser historischen Figur und deren Wirken jedoch keinesfalls schmälert.


Im Anschluss an die Präsentation durch Herrn Keitel folgte für die Dreizehntklässler*innen die Möglichkeit, bei einer abschließende Fragerunde an der ein oder anderen Stelle noch genauer nachzuhaken und sich bei dem Referenten über weitere Details zum Leben Willy Brandts zu informieren.

Insgesamt schuf der spannende und informative Vortrag, organisiert von Herrn Möller und ermöglicht durch die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, einen umfangreichen und wichtigen Einblick in das Leben einer nach wie vor bedeutsamen Persönlichkeit und sorgte damit ganz nebenbei außerdem für eine perfekte Grundlage zur weiteren Bearbeitung der Nachkriegszeit im Geschichtsunterricht.

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