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| von Theresia Vonderau-Fern / Dr. Peter Mergler

Jede Speiche zählt: Gottesdienst zum Start des Schuljahres

Was hält eine Schulgemeinschaft zusammen? Mit dieser Frage starteten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Freiherr-vom-Stein-Schule beim Gottesdienst in der St.-Paulus-Kirche in Petersberg in das neue Schuljahr. Ein Anspiel der Jahrgangsstufe 6 über ein streitendes Wasserrad, die Predigt von Pfarrer Jörg Scheer und ein Segensbändchen für den Nachbarn machten deutlich: Jede Speiche wird gebraucht.

Jede Speiche zählt: Gottesdienst zum Start des Schuljahres

Was braucht es, damit ein Schuljahr gelingt? Und was hält eine Schulgemeinschaft zusammen? Mit diesen Fragen starteten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Freiherr-vom-Stein-Schule am Freitag, dem 14. August 2026, gemeinsam in das neue Schuljahr. Beim Schuljahresanfangsgottesdienst in der St.-Paulus-Kirche in Petersberg standen Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und das Vertrauen auf Gottes Begleitung im Mittelpunkt. Geplant und vorbereitet worden war der Gottesdienst von Theresia Vonderau-Fern und Nicole Stöppler. Die liturgische Gestaltung übernahmen Prof. Cornelius Roth und Pfarrer Jörg Scheer, unterstützt von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften der Schule.

Eine gut gefüllte Kirche zum Schuljahresstart
Zur Begrüßung hieß Prof. Cornelius Roth die Schulgemeinde in der gut gefüllten St.-Paulus-Kirche willkommen. Mit einem augenzwinkernden, zugleich aber durchaus nachdenklichen Blick auf die zahlreichen Gottesdienstbesucher bemerkte er: „Gerade sagte jemand: Wie schön wäre es, wenn auch der sonntägliche Gottesdienst so gut besucht werden würde!“ Bereits zu Beginn wurden die Schülerinnen und Schüler selbst einbezogen: Anhand typischer Gegenstände aus dem Schulalltag gingen sie der Frage nach, was für ein gelingendes Schuljahr wichtig ist und was eine Klasse zusammenhält.

Wenn die Speichen streiten: das Wasserrad als Bild der Schulgemeinschaft
Anschaulich wurde dieser Gedanke durch ein Anspiel von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 6. Im Mittelpunkt stand die Geschichte eines Wasserrades, dessen einzelne Speichen plötzlich miteinander in Streit geraten. Jede denkt zunächst an sich selbst – bis sich die Speichen schließlich aus der Mitte des Rades lösen. Die Folge: Das Wasserrad funktioniert nicht mehr. Dieses Bild griff Pfarrer Jörg Scheer in seiner Predigt auf und übertrug es auf das gemeinsame Leben in der Schule: Wie die Speichen eines Rades aufeinander angewiesen sind, so braucht auch eine lebendige Schulgemeinschaft das Miteinander. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und alle anderen Menschen, die zum schulischen Leben gehören, können ihre unterschiedlichen Fähigkeiten einbringen – aber erst im Zusammenwirken entsteht eine Gemeinschaft, die trägt. Einen biblischen Bezug erhielt dieser Gedanke durch Jesu Zusage aus dem Matthäusevangelium: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)

Ein Segensband als Erinnerung
Dass Gemeinschaft nicht nur ein schöner Gedanke bleiben soll, konnten die Schülerinnen und Schüler anschließend ganz praktisch erfahren. Als sichtbares Zeichen erhielten sie ein Segensbändchen mit einer Perle. Dabei band nicht jeder sein eigenes Bändchen um das Handgelenk, sondern bat seinen Nachbarn oder seine Nachbarin darum. Eine kleine Handlung mit einer großen Botschaft: Manche Dinge gelingen eben leichter, wenn wir einander helfen. Die Perle am Bändchen erinnert zugleich an die christliche Zusage, dass wir unseren Weg nicht allein gehen müssen. „Wir brauchen einander“, heißt es in der Deutung der Zeichenhandlung – und zugleich dürfen wir darauf vertrauen, dass Jesus uns durch das neue Schuljahr begleitet.

Auch in den von Schülerinnen und Schülern vorgetragenen Fürbitten wurde dieser Gedanke aufgegriffen. Gebetet wurde für Freude am Lernen und gute Freundschaften, für Kraft und Geduld der Lehrkräfte und Mitarbeitenden, für diejenigen, denen der Start in das neue Schuljahr schwerfällt, sowie für die Familien. Immer wieder stand dabei das Bild des Wasserrades im Hintergrund: Jeder Mensch ist wichtig – so wie jede einzelne Speiche gebraucht wird, damit das Rad sich drehen kann.

Musik, Gebet und Segen
Für den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes sorgten Ruth Scheunert, Nicole Stöppler und Christoph Hartmann. Mit Liedern wie „Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr“, „Wo zwei oder drei“ und „Jesus Christ, you are my life“ begleiteten sie die Schulgemeinde durch die Feier. Mit Gebet und Segen endete der gemeinsame Gottesdienst.

Mit dem Wasserrad in den Schulalltag
So begann das neue Schuljahr mit einer Einladung, das Bild des Wasserrades mit in den Schulalltag zu nehmen: Wir sind verschieden, wir haben unterschiedliche Aufgaben und Fähigkeiten – aber wir sind aufeinander angewiesen. Gemeinschaft gelingt dort, wo Menschen füreinander da sind, Verantwortung übernehmen und darauf vertrauen, dass Gott sie auf ihrem gemeinsamen Weg begleitet.

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