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Oberstufen-Theater-AG

„Sechs Personen suchen einen Autor“ heißt ein berühmtes Theaterstück. Im Fall der Oberstufenschüler der Freiherr-vom-Steinschule waren es acht, die auf der Suche nach einem geeigneten Stück nicht fündig geworden waren und des­halb mit „The Devil’s Award“ eine Eigenproduktion in der Turnhalle auf die Bühne brachten.

Mit sichtbarer Lust am Theater, viel Talent, unbändiger Spielfreude und einem schon gut entwickelten Sinn für Dramaturgie präsentierten die  fünf Damen und drei Herren, was ihnen zu „Life ist just a game“, so der Untertitel, eingefallen war. Das Leben ist wie ein Spiel, das empfinden ja viele Menschen so, und wenn (noch) nicht, dann vermittelt das in den fünfzi­ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Glamour-Glitzer-Hollywood angesiedelte „Lehrstück“ Einblicke am Beispiel der  Welt des Films. Und das mit allem, was dazu gehört: Produzenten und Produktionsbedingungen, Casting, Drogen und das Hochpuschen von Mu­sikern und Sängern, einschließlich ihrer Platzierung in den Charts. Intrigen und Mord, Sex, Suizid und Todschlag inklusive. Doch kein Schauerstück wird hier geboten, und mit der be­rühmten Moralkeule wird nur augenzwinkernd hantiert, denn die Ironie bändigt, was leicht zur Soap sich hätte entwickeln können.

Auf den ausliegenden Flyern ist eine Marionette abgebildet, an Fäden geführt von einer Hand. Hier ist es „The devil“, eine Art Moderatorin, die nicht nur über die Filmwelt philoso­phiert, sondern auch über das, was die Welt im Innersten zusammenhält oder eben nicht: Nicht nur von fern her grüßt Mephisto…

Auf der Bühne gibt es zwei Bereiche. Links Wohnen und Privates und rechts das Filmprodu­zentenbüro mit einem Darsteller, den man aus dem durchweg exzellenten Ensemble nennen sollte: Julian Bayas ist der schrille Produzent John Meinard, der mit seinen schrägen Texten  kunstvoll entlang balanciert am Chargieren, ohne abzustürzen.  In kurz geschnittenen Szenen läuft der Handlungsfilm ab mit dichten Interaktionen von nur wenigen Personen oder in äs­thetischen Bildern, wo das Ensemble zum Beispiel mit dem Einsatz von weißen Masken Zäsu­ren setzt und die manchmal vielleicht doch ein bisschen textlastige Handlung wortlos op­timiert.

Es gab viel Musik, hier selbst komponiert und live und gut  gesungen. Immer wieder klatsch­ten die rund 200 Zuschauer, in der Überzahl junge Leute, begeistert Beifall, und erst recht am Schluss des überzeugenden Unternehmens. Dass die Spieler um Spenden für das Projekt „Happy Children Uganda“, baten, erfreute besonders Heike Harth, die allen Mitwirkenden herzlich dankte - denen im Hintergrund ebenso wie dem Ensemble. Es spielten neben Julian Bayas Leonard Schmidt, Rebecca Rehberg, Leon Igel, Amelie Khakzar, Sophia Kulla, Theresa Noak und Marie Brons.  

 

Von Wolfgang Hohmann, veröffentlicht in der Fuldaer Zeitung am 19. Februar 2013.

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