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| von Tatjana Luck

Schülerinnen und Schüler der FVS-Schule jagen Asteroiden

Seit Mitte Februar beteiligen sich 9 Schülerinnen und Schüler unserer Schule im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts Klasse 10 und der Astronomie-AG an einer weltweit organisierten Asteroidensuche.

Seit Mitte Februar beteiligen sich 9 Schülerinnen und Schüler unserer Schule im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts Klasse 10 und der Astronomie-AG an einer weltweit organisierten Asteroidensuche. In Deutschland wird dies über die Zusammenarbeit des Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mit der International Astronomical Search Collaboration (IASC) und dem Pan-STARRS-Observatorium Hawaii organisiert. In diesem Projekt werten Schülerinnen und Schüler mithilfe einer wissenschaftlichen Software Original-Bilddaten aus und suchen in ihnen nach noch unbekannten Asteroiden. Finden unsere Schüler einen solchen, werden sie nicht nur als offizielle Entdecker in die internationalen Datenbanken aufgenommen. Sie dürfen ihren Fund auch offiziell benennen!

Woher kommen die Daten?

Das Pan-STARRS-Observatorium der Haleakala Sternwarte auf Maui, Hawaii, befindet sich in einer Höhe von ca. 3000m. Damit ist sichergestellt, dass möglichst wenig Atmosphäre die Nachtaufnahmen stört. Auch ist das Gebiet sehr dünn besiedelt, sodass man dort so gut wie keine Lichtverschmutzung hat. Es gibt dort zudem wenige Regentage – ideal also, um sehr viele Aufnahmen des Sternenhimmels zu machen.

Das Pan-STARRS-Teleskop verfügt über die weltweit größte Digitalkamera, deren Speicherchip die Aufnahmen mit einem 1,4-Milliarden-Pixel-CCD-Sensor (60×64 Sensoren mit je 600×600 Pixel) erfasst. Dieses Teleskop ist seit 2010 auf der Suche nach veränderlichen Sternen, Kometen und Asteroiden. Dabei  produziert es pro Nacht mehrere Terrabytes Bildmaterial. Das ist mehr als die Wissenschaftler und ihre fleißigen Mitarbeiter je auswerten könnten.

So kam man auf die Idee, Schüler mit ins Boot zu holen. Schnell haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemerkt, mit wie viel Begeisterung und wie effektiv Jugendliche an diesem Projekt teilnehmen.

Die Liste der Teilnehmerländer ist lang. Zum Beispiel nehmen Schülergruppen aus Nepal, Kuwait, Südafrika, Brasilien, Spanien und Deutschland teil – und jetzt auch unsere Schule.

Wie läuft die Suche ab?

Nachdem unsere Bewerbung mithilfe des Sternwartenvereins der Hans-Nüchter-Sternwarte um die Teilnahme erfolgreich war, musste man sich zunächst in die Software einarbeiten. Nach ein paar Probeläufen mit Übungs-Bilddateien von Hawaii stellte sich hier schnell Routine ein. Nun warteten wir gespannt auf die ersten Daten, die ganz frisch von Hawaii zu uns kommen sollten. Und dann das – auf Hawaii regnete es, sodass keine Aufnahmen möglich waren. Der Wetterbericht von Hawaii war für uns in den nächsten Tagen viel interessanter als der für Fulda!

Doch dann war es soweit und die Schülerinnen und Schüler konnten die ersten Aufnahmen sehen.

Diese bestehen stets aus jeweils 4 Bildern des gleichen Himmelsausschnitts, die in einem zeitlichen Abstand von ca. 20min-30min aufgenommen wurden. Vereinfacht dargestellt macht die Software daraus ein digitales Daumenkino, sodass man anhand der bewegten Bilder sich bewegende Objekte finden kann. Diese wurden und werden von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ausgewertet und vermessen. Die Ergebnisse gehen im Anschluss online zurück zur IASC.

 

Was bringt das alles?

Für die NASA und auch die ESO ist die Veröffentlichung ihrer Daten schon seit langer Zeit ein wichtiges Instrument, um Hobby- und Nachwuchsastronomen zu begeistern und zu fördern. Diese  können somit direkt einen Beitrag zur Wissenschaft leisten.

Die Asteroidensuche ist für Schülerinnen und Schüler wohl die erste wissenschaftliche Arbeit außerhalb des naturwissenschaftlichen Unterrichts. Sie kommen unmittelbar mit wissenschaftlichen Arbeitsweisen und deren Ergebnissen in Kontakt. Sie erfahren nicht nur viel Neues. Sie lernen und üben präzises Arbeiten fern eines Selbstzwecks. Sie erkennen, dass ungenaues Arbeiten ihre Ergebnisse wertlos machen kann, ihre Mühen keinen Erfolg haben können. Da ein sehr großes Ziel angestrebt wird – nämlich die Benennung des „eigenen“ Asteroiden, ist der Ansporn und die Motivation besonders groß. Dass jeder Datensatz weltweit tatsächlich nur einmal vergeben wird, ist besonders spannend. Jede Schülergruppe sieht diese Aufnahme also ganz exklusiv!

 

Ich wünsche allen Asteroidenjägern ein scharfes Auge und viel Erfolg!

 

Quellen:

Logo der IASC:  http://iasc.cosmosearch.org/

Kuppel Teleskop: Hawaii: https://panstarrs.stsci.edu/

Speicherchip:    https://www.newscientist.com/article/dn12588-worlds-biggest-digital-camera-to-join-asteroid-search/

Bild Sternwarte: https://en.wikipedia.org/wiki/Haleakala_Observatory#/media/File:AEOS_MSSS_GEODSS.jpg

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