| von Mathilda Hillmeier und Justus Ulrich (Q2)
Wenn die Sporthalle zum Theater wird – Aufführungen der DSP-Kurse Q2 am 29.05.2026
Nach vielen Monaten intensiver Proben war es am 29.05.2026 endlich so weit: Die DSP-Kurse der Jahrgangsstufe 12 brachten ihre Inszenierungen auf die Bühne. Der Kurs von Frau Kraemer hatte sich „Nora oder ein Puppenheim“ von Henrik Ibsen vorgenommen, während sich der Kurs von Herrn Manderscheid mit dem Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane auseinandergesetzt hatte. In einer gut gefüllten Aula konnten die Spielenden erleben, dass sich intensive Theaterarbeit auszahlt. Das Publikum wiederum wurde mit einem spannenden und mitreißendem Theaterabend belohnt.
Seit Oktober 2025 haben wir an unserer Inszenierung von „Effi Briest“ gearbeitet. Über die Monate hinweg konnten wir viele Ideen selbst entwickeln und diskutieren. Die meisten Szenen entstanden durch Inszenierungen in Kleingruppen, die wir anschließend einander präsentiert haben. Darauf folgten meist intensive Diskussionen, die manchmal länger dauerten als manche Ehe in diesem Stück, an deren Ende dann aber immer eine fertige Szene stand, in der Ideen und Elemente der einzelnen Teilgruppen berücksichtigt wurden.
Ein besonderes Highlight waren die choreografischen Elemente, die Nele Pfaar, Franziska Kress und Justus Ulrich gestaltet haben. Damit konnten wir Dinge darstellen, die man mit Worten nur schwer hätte herüberbringen können: Spaß, Spuk und auch verbotene Liebschaften. Vor allem letztes sorgte anfangs für ein wenig Aufregung. Als wir erfuhren, dass Effis Affäre mit Crampas mit einer Choreo zu „Erotica“ von Madonna dargestellt werden sollte, war die allgemeine Reaktion erst einmal verhalten bis erschrocken. Wir wollten wirklich Sex auf der Bühne zeigen? Viele von uns waren zunächst ein bisschen zu verklemmt für das Ganze, aber nach ein paar Proben haben wir gemerkt, dass einem auf der Bühne eigentlich gar nichts peinlich sein muss. Rückblickend war die Choreo dann doch weniger skandalös als erwartet, aber trotzdem sehr effektvoll, auch weil wir gelernt hatten, einander zu vertrauen.
Mit der Zeit haben wir erkannt, dass der Roman mehr Tiefgang hat, als wir zu Beginn erwartet hätten. Ganz ehrlich – ein Roman aus dem 19. Jahrhundert schien uns zunächst wenig spannend. Doch irgendwann hat sich wahrscheinlich jeder einmal in Effi wiedererkannt – beim Versuch, unabhängig zu werden, obwohl man eigentlich noch gar nicht erwachsen werden will, aber auch, wenn es darum geht, Druck und Erwartungen, die von außen an einen ehrangetragen werden, standzuhalten. Das ist auch im Jahr 2026 nicht immer ganz einfach.
Auch die Proben am Wochenende waren überraschenderweise in Ordnung. Freiwillig am Sonnatag in die Schule zu kommen, klingt zunächst viel schlimmer als jede Spukgeschichte, die Innstetten Effi hätte erzählen können, aber am Ende hatten wir trotzdem eine gute Zeit. Die größte Herausforderung war ohnehin nicht das Textlernen, sondern sicherzustellen, dass man nicht aus Versehen in normaler Kleidung auftaucht – denn schwarze Kleidung ist im DS-Unterricht Pflicht. Die Angst vor der hochgezogenen Augenbraue von Herrn Manderscheid, wenn man dies vergessen hat, was am Ende größer als das Lampenfieber bei der Aufführung.
Ein großes Dankeschön deshalb auch an Herrn Manderscheid. Obwohl er und zwischendurch doch sehr geknechtet hat, hat uns das Endergebnis gezeigt, dass sich die Mühen gelohnt haben. Denn die Aufführung am Freitagabend war für alle Beteiligten ein großartiges Erlebnis und die 60 Minuten auf der Bühne vergingen wie im Flug.
Am Ende bleiben viele tolle Erinnerungen, Insider, gute Proben, fragwürdige Choreo-Momente und vor allem eine richtig coole gemeinsame Zeit.







